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Aktuelle Nachrichten

Auftreten von Riesen-Bärenklau in der Landschaft

 

Auswirkungen in der heimischen Natur

In den letzten Jahren wird vermehrt festgestellt, dass sich die Herkulesstaude, die auch als Riesen-Bärenklau bezeichnet wird, bei uns in der freien Landschaft ausbreitet. Der Riesen-Bärenklau ist in unserer Region nicht beheimatet. Er stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und weist gegenüber einheimischen Pflanzenarten einige Unterschiede auf, die ihn sehr konkurrenzstark machen:

  • Er besitzt keine natürlichen Feinde wie Fressschädlinge und Parasiten.
  • Unser heimisches Klima begünstigt die Entwicklung von Massenbeständen. Er wächst auf nähstoffreichen Böden besonders gut.
  • Aufgrund seines hohen Wuchses wird er nicht von anderen einheimischen Kräutern verdrängt.
  • Er breitet sich rasch aus. Eine Pflanze kann bis zu 80.000 Einzelblüten ausbilden. Daraus resultiert ein gewaltiges Samenpotential.

Dies führt dazu, dass sich die Herkulesstaude schnell ausbreiten kann. Dabei kann sie heimische Pflanzenarten und die daran gebundenen Tierarten immer mehr verdrängen.

 

Gefahren für den Menschen

Aber auch für den Menschen kann diese Pflanzenart zu einem Problem werden. Der Riesen-Bärenklau enthält giftige Substanzen (sog. Furanocumarine), die bei Kontakt mit der Haut unter Einfluss der Sonne phototoxische Wirkungen entfalten. Diese zeigen sich – ähnlich wie bei einem Sonnenbrand – durch Rötungen der Haut, Schwellungen, Blasenbildung und Hautverfärbungen. Diese Hautveränderungen gleichen Verbrennungen dritten Grades. Intensive Belichtung, hohe Luftfeuchtigkeit und Schweiß verstärken diese Hautreaktionen. Darum sollte man den Riesen-Bärenklau meiden, besonders Kinder von ihm fernhalten und über die Gefahren informieren. Bei großflächigen und starken Symptomen sollte sich jeder unbedingt in ärztliche Behandlung begeben.

 

Der Natur „unter die Arme“ greifen

Haben sich in der freien Landschaft erst einmal Einzelexemplare bis zur Samenreife entwickelt, so ist die Bildung von Massenbeständen vorprogrammiert. Deshalb sollte eine Bekämpfung dieser Art möglichst früh beginnen. Das Problem bei der Bekämpfung dieser Pflanze ist ihre große Regenerationsfähigkeit. Nach einem Rückschnitt können aus der Wurzel wieder neue Triebe gebildet werden. Deshalb sollte folgendermaßen vorgegangen werde: Einzelpflanzen oder kleine Bestände sollten ausgegraben oder ausgestochen werden (etwa 10 bis 15 cm unter der Erdoberfläche). Das Abschneiden des Blütenstandes (Dolde) wird zur Verhinderung der Samenbildung eingesetzt. Zum Ende der Blütezeit kann so die Pflanze zum Absterben gebracht werden. Bei früherem Abschneiden werden im selben oder im folgenden Jahr neue Blütenstände gebildet. Da die Samen in abgeschnittenen Blüten nachreifen, müssen die Blütenstände von der Fläche gebracht werden.

Größere Bestände können durch Fräsen bekämpft werden. Eine Mahd während der Blüte kann die Art schwächen, so dass sie im Laufe der Zeit verschwindet. Bis die letzten sich im befindlichen Samen absterben, können bis zu 15 Jahre vergehen. Um evtl. nachwachsende Pflanzen sofort entfernen zu können, muss ein Vorkommen der Herkulesstaude regelmäßig kontrolliert werden. Um die Ausbreitung dieser wiederstandsfähigen Art dauerhaft zu verhindern, sollten folgenden Punkte beachtet werden:

  • Eine Bekämpfung sollte auch dann gewissenhaft durchgeführt werden, wenn nur einzelne Exemplare dieser Art vorhanden sind. Dadurch wird eine Massenausbreitung verhindert.
  • Da die Pflanze mehrjährig ist und auch nach einem Rückschnitt wieder neu austreiben kann, muss sie regelmäßig über mehrere Jahre bekämpft werden.
  • Die Dolden dürfen auf keinen Fall auf den Kompost, da hier durch Keimung der Samen neue Pflanzen entstehen können. Sie müssen über die Bio- oder Restmülltonne entsorgt werden. Nur so ist die Vernichtung der Samen gesichert.

Da der Umgang mit dem Riesen-Bärenklau zu schweren Hautverätzungen führen kann, ist beim Arbeiten Vorsicht geboten. Folgendes ist zu beachten:

  • Schutzkleidung tragen ( vor allem Hände, Arme und Beine bedecken !!!).
  • Nicht in voller Sonne arbeiten, am besten Abends arbeiten.

Der Vollständigkeit halber soll auch auf eine mögliche chemische Bekämpfung hingewiesen werden. Für Herbizidanwendungen außerhalb land- und forstwirtschaftlich sowie gartenbaulich genutzter Flächen ist eine Genehmigung des zuständigen Pflanzenschutzamtes notwendig. Da bei einer chemischen Bekämpfung auch die Begleitvegetation geschädigt und der Boden sowie das Grundwasser belastet werden, sollte darauf nur im äußersten Notfall zurückgegriffen werden (z. B. wenn ganze Flächen mit der Herkulesstaude befallen sind).

Riesen-Bärenklau mit Blüte

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