Kommunaler Workshop zur Klimaanpassung
Kommunen im Landkreis Wittmund vernetzen sich zur Klimaanpassung
Am 23. Mai 2024 kamen Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgemeinden des Landkreises Wittmund sowie Mitarbeitende der Kreisverwaltung zusammen, um sich über die Klimaveränderungen vor Ort auszutauschen.
Der Workshop wurde gemeinsam vom Landkreis Wittmund und dem Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) organisiert. Dr. Enke Franck vom Niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO) gab einen Einblick in die lokalen Klimawandelfolgen. „Die Anpassung an die zu erwartenden Folgen des Klimawandels bedeutet eine vorausschauende Planung im Sinne des Vorsorgeprinzips“, erklärt Franck. Es müsse proaktiv gehandelt werden, um künftige Schäden zu vermeiden und erkennbare Risiken zu minimieren. Als Beispiel wurde die Anzahl der Tage über 25 Grad pro Jahr genannt, die sich in den letzten 50 Jahren im Durchschnitt verdoppelt haben. Darauf gilt es zu reagieren.
Im Fokus des Workshops standen praxisnahe Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze. Gebhard Heinken, Naturgartenbeauftragter und Insektenlotse aus Großheide betonte in seinem Vortrag zur naturnahen Gartengestaltung, wie viel durch die Motivation privater Eigentümer zur Klimavorsorge erreicht werden kann: „Wir müssen noch enger zusammenarbeiten und die Menschen mitnehmen, das geht nicht mit erhobenem Zeigefinger“. Agnes Droste, Bürgermeisterin der Gemeinde Alfhausen, gab wertvolle Einblicke in die Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung in kleinen Gemeinden. Bei der Entwicklung eines klimagerechten Neubaugebietes in Alfhausen entstehe beispielsweise durch angepasste Windkonzepte ein Kühlungseffekt, auf Rückzugsorte für Fledermäuse werde geachtet und die Häuser so ausgerichtet, dass Dachflächen wirtschaftlich für Solaranlagen genutzt werden können.
Neben einer Menge Input kamen die Teilnehmenden in den aktiven Austausch über die Betroffenheit und bereits bestehende Anpassungsmaßnahmen in den Bereichen Hitze, Trockenheit, Starkregen und Hochwasser, die in den letzten Jahren auch im Landkreis vor Ort zugenommen haben. Dabei ging es insbesondere um die weiteren Schritte hin zu einer klimaangepassten Kommune. Ideen reichten von der effizienten Nutzung lokaler Ressourcen über die Stärkung des Wassermanagements und Informationskampagnen für die Bevölkerung hin zu Pflanzungen klimaresistenter Baumarten. Auch das Prinzip der Schwammstadt wurde genannt, bei dem Flächen geschaffen werden, die Wasser zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben können. „Diese Auftaktveranstaltung war ein wichtiger Schritt, um die Klimaanpassung als gemeinsame Aufgabe über alle Fachbereiche hinweg zu etablieren und die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen zu stärken“, betonte Friederike Fischer, Klimaanpassungsmanagerin des Landkreises Wittmund. „Wenn wir Synergien nutzen und Kräfte bündeln, können wir den Herausforderungen gemeinsam begegnen.“
Ein besonderer Dank geht an Vera Engelmann und Robert Böhnke vom ZKA für die tolle Begleitung und Organisation sowie an die Referent*innen Dr. Enke Franck (Niedersächsisches Kompetenzzentrum Klimawandel), Gebhard Heinken (Naturgartenbeauftragter und Insektenlotse Großheide) und Agnes Droste (Bürgermeisterin der Gemeinde Alfhausen) für ihre wertvollen Einblicke.