»Kompostierbare« Plastiktüten im Biomüll - Gut gemeint, aber nicht erlaubt
Aus aktuellen Anlass weist der Landkreis Wittmund darauf hin, dass Plastiktüten für die Biotonne nicht geeignet sind. Leider verpacken viele Bürgerinnen und Bürger ihre Küchenabfälle in Plastiktüten, um die Biotonne und das Vorsortiergefäß sauber zu halten. Doch Plastik lässt sich nicht kompostieren und muss mit viel Aufwand im Kompostwerk aussortiert werden. Es reicht aus, das Vorsortiergefäß mit Zeitungspapier oder Papiertüten auszulegen. Möglich ist auch, kompostierbare Plastiktüten für die Sammlung im Haushalt zu verwenden, wenn danach nur der Inhalt dieser Tüten in die Biotonne geleert und die leere Tüte anschließend über die Restmülltonne entsorgt wird.
Kompostierbare Plastiktüten sind für die Biotonne nicht erwünscht, denn sie stören den Ablauf in der Kompostierungsanlage und erhöhen den Aufwand, um eine gute Qualität des Komposts zu gewährleisten. Sogenannte „kompostierbare“ Tüten, die der Handel anbietet, benötigen in der Regel mehr als zehn Wochen, ehe sie abgebaut sind. Dabei entstehen weder Nährstoffe noch Bodensubstrat. Im Kompostwerk wird der Bioabfall schon innerhalb von sechs Wochen zu Kompost verarbeitet, daher ist der Abbau der kompostierbaren Plastiktüten in der Zeit nicht vollständig abgeschlossen. Leider sind kompostierbare Plastiktüten optisch kaum von herkömmlichen Plastiktüten zu unterscheiden. Beide Tütenarten müssen mühsam und kostenintensiv als Störstoffe herausgesiebt und als Restabfall entsorgt werden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Wittmund empfiehlt, Küchenabfälle in Papiertüten oder noch preiswerter in Zeitungspapier zu sammeln.
Wie halte ich die Biotonne sauber? Eine Schicht geknülltes Zeitungspapier auf dem Behälterboden ist eine trockene Grundlage, diese sauber zu halten. Ist die Tonne zur Hälfte gefüllt, sollte wieder eine Schicht geknülltes Papier reingelegt werden. Nach dem Leeren offenlassen, um sie zu trocknen. Sie kann zusätzlich mit Wasser ausgespült werden.
Wie vermeide ich Madenbefall? Das A und O im Sommer ist das Fernhalten der Maden. Biomüll sollte möglichst kühl und trocken gehalten werden. Faulgase, Feuchtigkeit und Wärme ziehen Fliegen an, die dann Eier ablegen.
Tipps gegen Ekel-Plage im Sommer: Gesteinsmehl oder gelöschten Kalk auf Biogut streuen. Das Pulver trocknet die Biotonne und auch Maden aus. In einigen Baumärkten gibt es spezielles Biotonnen-Pulver.
Zeitungspapier - Wer seine Essensreste in der Küche bereits dick in Zeitungspapier einwickelt, bevor sie im Müll landen, sorgt dafür, dass sich weniger Flüssigkeit und Gase bilden. Zusätzlich kann man auf den Boden der leeren Biotonne oder zwischen die Bioabfälle mehrere Lagen Zeitungspapier legen. Auch Holzspäne, Gras oder Heu helfen, Flüssigkeit aufzusaugen und die Tonne trocken zu halten.
Vorsicht bei gründlicher Reinigung - Putzwasser, das mit Spül- oder Reinigungsmitteln versetzt ist, darf nicht ins Grundwasser gelangen. Anschließend die Tonne mit einem Essig-Wassergemisch einreiben. Der säuerliche Geruch hält Fliegen und Maden fern. Auch andere ätherische Düfte wie Zitrus-, Lavendel- oder Teebaumöl mögen Insekten nicht und eignen sich um Befall entgegenzuwirken.
Abfall abdecken - Einfach einen Gardinenrest über die Tonnenöffnung stülpen und mit Gummizug sichern. Anschließend kann der Deckel geöffnet bleiben und der Biomüll trocknet ab. Zieht man das Netz direkt nach der Reinigung über die Tonne, kann man sicher sein, dass keine Fliege dort ihre Eier legt.
Weitere Informationen zu diesem und zu allen anderen abfallwirtschaftlichen Themen erhalten Interessierte beim Landkreis Wittmund während der üblichen Bürozeiten unter den Telefonnummern 04462/86-1293, -1230 oder -1252.