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Leitziel 2: Wir wollen dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Die Wahl eines Unternehmensstandorts ist immer auch abhängig von der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte am Ort. Allerdings ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften im Landkreis Wittmund, wie in vielen anderen ländlichen Regionen Deutschlands auch, zu einem größeren Hemmnis in der Wirtschaftsentwicklung geworden. Deshalb müssen wir die Bedingungen für das Leben, Wohnen und das Einpendeln in den Landkreis Wittmund optimieren. Ein weiteres Ziel in diesem Zusammenhang ist es, auch die Frauenerwerbsquote im
Landkreis weiter zu erhöhen.

Maßnahmen:

Jobkino einrichten

Mit einem sogenannten „Jobkino“ stellen sich Betriebe mit kurzen und unterhaltsamen Filmen vor. Schüler sollen sich so über aktuelle Ausbildungsberufe, Tätigkeiten und Berufsperspektiven im Landkreis Wittmund informieren können. Auf einem Internetportal oder auf schon bestehenden Portalen können diese Videos eingebettet werden. Dies kann nicht nur interessant für Jugendliche sein, auch Arbeitssuchende, Rückkehrer oder Wiedereinsteiger können sich so über die vielseitige Arbeitslandschaft im Landkreis informieren.

Rückkehrer-Aktionen der Ems-Achse verstärkt im Landkreis einsetzen

Der Ems-Achse e.V. setzt sich dafür ein, dass junge Menschen wieder zurück in die Heimatregion kehren. Viele Schüler verlassen nach dem Abitur die Region aufgrund des geringen Hochschul-Angebotes und bleiben dann häufig auch für den ersten Job dort. Nur die wenigsten kehren zurück in ihre Heimat. Der Grund ist, dass viele junge Menschen die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region gar nicht kennen. Die Ems-Achse versucht mit kreativen Marketingmaßnahmen über offene Stellen und Beratungsangebote zu informieren und Perspektiven vor Ort vorzustellen. Zu Weihnachten – dann, wenn die meisten jungen Menschen ihre Eltern in der Heimat besuchen – erschien z. B. eine Zeitungsbeilage mit dem Thema „Wovon träumst du?“ Sie stellte 18 junge Menschen aus der Region vor, die erzählen, weshalb sie so gern in der Ems-Achse leben und arbeiten. Mit dem Projekt „Heimathelden“ wurden in kleinen Videos Personen aus verschiedenen Unternehmen der Region vorgestellt und in Form eines Adventskalenders über die Social Media Kanäle der Ems-Achse veröffentlicht. Der Landkreis Wittmund ist bereits Mitglied bei der Ems-Achse und könnte die Rückkehrer-Aktionen auch verstärkt in der eigenen Region einsetzen.

Wohnraumversorgungskonzept erarbeiten

Für den Landkreis Wittmund und seine Kommunen soll ein Wohnraumversorgungskonzept erstellt werden. Dabei wird zunächst eine Wohnungsmarktanalyse durchgeführt, in der ein Überblick über die Entwicklung und aktuelle Situation von Wohnungsnachfrage und Wohnungsangebot mit dem Fokus auf geförderte/ soziale Wohnraumversorgung erstellt wird. Danach wird eine Wohnungsbedarfsprognose durchgeführt, um belastbare Aussagen und Erkenntnisse zur zukünftigen Wohnungsnachfrage sowie den damit verbundenen Bedarf an zusätzlichem Wohnraum mit dem Fokus auf geförderte/ soziale Wohnraumversorgung zu gewinnen. Im Ergebnis entstehen nach einer Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Handlungsempfehlungen (u.a. zum Umfang an zukünftig zu schaffendem Wohnraum in Art, Anzahl, Ausstattung und Standard unter besonderer Berücksichtigung etwaiger bestehender und/ oder zukünftiger Versorgungsengpässe auf Seiten benachteiligter Bevölkerungsgruppen). Darüber hinaus unterstützt der Landkreis Wittmund seine touristisch geprägten Gemeinden im Erhalt der dörflichen Strukturen, der Einwohnerschaft und der touristischen Wertschöpfung vor Ort. Nachhaltige Entwicklungen in den Tourismusgemeinden werden unterstützt.

Kooperation mit regionalen Hochschulen ausbauen

Die Hochschulen sind für den Landkreis Wittmund nicht nur in Sachen Fachkräftesicherung ein wichtiger Partner, sondern auch, um den tiefgreifenden Strukturwandel zu bewältigen und um die Unternehmen im Landkreis zu unterstützen. Die Kooperation mit umliegenden Hochschulen, wie der Jade Hochschule Wilhelmshaven, der Hochschule Emden/ Leer oder der Universität Oldenburg kann der Landkreis Wittmund ausbauen, um die Fachkräftesicherung für die Region zukünftig zu gewähren. Die Palette der Zusammenarbeit kann vom Wissens- und Technologietransfer in dualen Studiengängen zwischen Hochschule und Unternehmen des Landkreises, konkreten gemeinsamen Projekten, Betreuung von Praxis- und Facharbeiten, Betreuung von Diplom- und Bachelorarbeiten, Praktika bis zum Referentenaustausch und Übersetzungen reichen.

Ausbildung und Jobangebote für Frauen verbessern

Im Positionspapier der IHK wird beschrieben, dass die Beschäftigungsquote bei Frauen im Landkreis Wittmund im Gegensatz zu anderen Regionen unterdurchschnittlich ist. Diesem Trend kann der Landkreis z. B. durch den Ausbau des Projektes „Job-Bus“ entgegenwirken. Der „Job-Bus“ wurde ursprünglich durch das Fachkräftenetzwerk Wachstumsregion Ems-Achse e.V. initiiert. Im Rahmen von Tagestouren erhalten Jobsuchende einen Einblick in Unternehmen der Ems-Achse. Zwei bis drei hiesige Unternehmen öffnen an dem entsprechenden Tag die Türen, um den potenziellen Bewerbern einen Berufseinstieg in das Unternehmen zu präsentieren. Empfangen und begleitet wird die interessierte Gruppe von einem Personalverantwortlichen oder dem Geschäftsführer des Unternehmens, die aus erster Hand berichten, wo Bedarf besteht und welche Qualifikationen mitgebracht oder erworben werden müssen. Darauf aufbauend hat der Wirtschaftsförderkreis im Landkreis Wittmund das Projekt „Jobbulli“ ins Leben gerufen und bietet bereits Touren für Schüler, Studierende und Wiedereinsteiger an. Um die Beschäftigungsquote für Frauen in der Region zu verbessern, kann das Projekt ausgeweitet werden und z. B. extra Touren für Frauen durchgeführt werden. Touren für Rückkehrer oder Flüchtlinge sind natürlich auch denkbar. Als weitere Maßnahme kann der Landkreis seine Unternehmen dazu aufrufen, sich auf dem bundesweit bekannten „Girls-Day-Portal“ einzutragen. So bekommen junge Mädchen einen Eindruck davon, welche Ausbildungsmöglichkeiten sie in ihrer Heimatregion haben.

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