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Datum: 09.07.2019

Gemeinsam gute Bedingungen für das Zusammenwachsen einer vielfältigen Gesellschaft im Kreisgebiet schaffen

Die Zahl der zugewanderten Menschen mit Migrationshintergrund stieg im Landkreis Wittmund in den vergangenen Jahren in erster Linie aufgrund der globalen Flüchtlingskrise an. Derzeit leben im Landkreis Wittmund ca. 2.700 Ausländer, viele davon haben einen Fluchthintergrund. Der Landkreis Wittmund hat seit dem Jahr 2015 bis heute etwas über 1.000 Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten aufgenommen. Das Hauptherkunftsland mit etwa einem Drittel dieser Personen ist Syrien. Um Antworten auf viele drängende Fragen zu finden, hat die Kreisverwaltung zusammen mit dem Büro IMAP im Jahr 2018 ein Integrationskonzept für den Landkreis mit strategischen Zielen und konkreten Maßnahmen auf identifizierten Handlungsfelder entwickelt. Daran haben sich auch viele Freiwillige und ehrenamtlich Tätige beteiligt. Entstanden ist ein Strategiepapier, das inzwischen politisch im Kreistag verabschiedet worden ist. Es geht darum, gemeinsam gute Bedingungen für das Zusammenwachsen einer vielfältigen Gesellschaft im Kreisgebiet zu schaffen.

Im Bereich kommunaler Integrationsprozesse, konkreter Projekte und einzelner integrativen Maßnahmen stehen durchführende Institutionen, Behörden, soziale Träger und Vereine vor einer Vielzahl von Aufgaben. Integration begreift sich als gesamt-gesellschaftlicher Ansatz, der eine bewusste konzeptionelle Gestaltung braucht. Es bedarf eines Konzeptes, das Grundsätze der Integrationspolitik des Landkreises benennt sowie kurz, mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen zur Integration Zugewanderter aufzeigt. Bereits im Jahr 2017 hat der Landkreis Wittmund durch den zuständigen Fachausschuss die Erarbeitung eines ganzheitlichen kommunalen Integrationskonzeptes beschlossen, später das anerkannte Büro IMAP (Düsseldorf) mit der Moderation und Durchführung beauftragt. In den Jahren 2018 und 2019 wurde dieses Vorhaben umgesetzt.

Im Dialog mit den hauptamtlichen Partnern, der Zivilgesellschaft und den Einwohnern des Landkreises ist in den vergangenen Monaten in einem breiten Beteiligungsprozess ein Konzept zur Integration und Partizipation für den Landkreis Wittmund entwickelt worden.

Viele Bürgerinnen und Bürger haben den LK bei der Entwicklung des Konzepts unterstützt, indem sie beispielsweise über eine Online-Befragung ihre Gedanken und Vorschläge mit auf den Weg gegeben und damit für viele neue Denkanstöße gesorgt haben. Unter Einbeziehung der haupt- und ehrenamtlichen Akteure und der unterschiedlichen lokalen Institutionen wurden Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen erarbeitet, um die Integration insgesamt voranzutreiben. Die Handlungsstrategie zielt auf alle Zuwanderer-gruppen – Schutzsuchende, EU-Zuwanderer, Fachkräfte und diejenigen die hier schon lange leben – und sie umfasst die aktuellen Herausforderungen der Integration vor Ort. Die ersten Ergebnisse wurden der Politik und der Öffentlichkeit im Rahmen der Integrationskonferenz im September 2018 und einer Sozialausschusssitzung im November 2018 bereits präsentiert. Im Dezember 2018 erfolgte nach Vorberatung und Erörterung in den Ausschüssen auf der Grundlage der vorliegenden Entwurfsfassung des Konzepts ein Kreistagsbeschluss über erste Umsetzungsmaßnahmen. Am 27 Juni 2019 beschloss der Kreistag das Integrationskonzept in der endgültigen Fassung.

Das vorliegende Konzept stellt den Rahmen für die Ausgestaltung der kommunalen Integrationspolitik für die nächsten Jahre dar. Die Umsetzung der oben beschriebenen Maßnahmen soll bis Jahr 2021 erfolgen. Einige Maßnahmen werden bereits im Jahr 2019 durchgeführt. Bei dem Gesamtprozess der Konzeptentwicklung hat das IMAP Institut aus Düsseldorf den Landkreis Wittmund von Beginn an fachlich unterstützt. Darüber hinaus wurde eine interne Steuerungsgruppe, bestehend aus den Vertretern der einzelnen Ämter, gebildet. Dieses Gremium hat die ganze Projektdurchführung begleitet und wichtige Entscheidungen bezüglich der Konzepterstellung getroffen. Die Arbeit der Steuerungsgruppe soll auf Nachhaltigkeit angelegt sein. Die Steuerungsgruppe hat zukünftig den Auftrag, das erarbeitete Handlungskonzept bei der Umsetzung der Integrationsarbeit zu begleiten und die Zielerreichung zu überprüfen. Das Handlungskonzept soll zukünftig kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die näheren Informationen und der aktuelle Stand über die konkreten Maßnahmen können bei der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe erfragt werden. Auch mittels der örtlichen Presse und der anderen Medien möchte der Landkreis zukünftig die Öffentlichkeit über die laufende Integrationsarbeit informieren.

Der Landkreis Wittmund beabsichtigt, den partizipativen Prozess mit lokalen Akteuren der Integrationsarbeit und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zukünftig fortzusetzen und auch Migranten in diese Diskussions- und Planungsprozesse zunehmend einzubeziehen.

Das Integrationskonzept kann HIER abgerufen werden. Die gedruckten Exemplare können zudem über die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe (per Kontaktformular; Telefon 04462-861065) angefordert werden.

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