Große Mehrheit möchte künftig die Gelbe Tonne mit Verpackungsmüll befüllen
Das Ergebnis der Online-Befragung des Landkreises Wittmund zum Thema Gelbe Tonne/Gelber Sack liegt vor. Das teilt die Kreisverwaltung Wittmund aktuell mit. Dabei haben sich 84,7 % (= 3.340 Stimmen) für die Gelbe Tonne ausgesprochen und 15,3 % (= 605 Stimmen) für Gelbe Säcke. Insgesamt waren 3.945 Teilnahmen an der Umfrage im Internet zu verzeichnen. Bei aktuell 30.500 Haushalten/Betrieben im Festlandsbereich des Landkreises entspricht das immerhin einer Teilnahmequote von 12,93 Prozent der mit der Umfrage angesprochenen Haushalte/Betriebe. Der Landkreis Wittmund freut sich über diese große Resonanz seitens der Bevölkerung. „Mit diesem Ergebnis kann nun die Forderung des Landkreises nach einem zukünftigen kombinierten Tonnen-/Sack-Mischsystem bei der Abfuhr der Leichtverpackungen im Rechtsstreit mit dem Dualen System wirkungsvoll untermauert werden“, heißt es seitens der Abfallwirtschaft. „Sobald es hier neue Entwicklungen gibt, wird der Landkreis darüber berichten“, betont auch Landrat Holger Heymann, dem ein für die Öffentlichkeit transparentes Verfahren wichtig ist.
Wie bereits mehrfach berichtet hatte die Abfallwirtschaft des Landkreises Wittmund in den vergangenen zwei Wochen eine Online-Befragung der Haushalte und Betriebe im Festlandsbereich des Landkreises durchgeführt, um herauszufinden, ob für die zukünftige Abfuhr von Leichtverpackungen – bei freier Wahlmöglichkeit jedes einzelnen Haushaltes bzw. Betriebes – eher eine Gelbe Tonne gewünscht ist oder weiterhin die Gelben Säcke genutzt werden sollen. Die Umfrage wurde nun abgeschlossen, das Ergebnis liegt vor.
Einige ausgewählte Detail-Ergebnisse:
Auswertung 1: Unterscheidung nach Postleitzahlen und Restabfallentsorgung
insgesamt wurden 3.945 Antworten abgegeben. 85 % der Teilnehmer wünschten eine gelbe Tonne. Der geringste Anteil betrifft die Samtgemeinde Holtriem mit 79 %, der höchste Anteil die Samtgemeinde Esens mit 87 %. Von den Teilnehmern, welche im Küstenbereich wohnen (Neuharlingersiel, Bensersiel, Carolinensiel, Fulkum, Holtgast Nord oder Werdum), wollen 88 % eine gelbe Tonne (also etwas mehr als der Durchschnitt).
Auswertung 2: Unterscheidung nach Einfamilienhaus/Mehrfamilienhaus und Wohnsituation
Von den Teilnehmern wohnen 16 % im Mehrfamilienhaus (6,3 % als Eigentümer, 9,4 % als Mieter) und 84 % im Einfamilienhaus (72,5 % als Eigentümer, 11,8 % als Mieter). Die Präferenz für Gelbe Tonnen besteht im Einfamilienhaus bei 86 %, im Mehrfamilienhaus bei 80 %.
Gründe für gelbe Tonnen
3.338 Teilnehmer haben sich für gelbe Tonnen ausgesprochen. Insgesamt 3.341 Teilnehmer haben Gründe dafür genannt, warum sie diese den gelben Säcken vorziehen würden. Der meist genannte Grund ist „Säcke reißen leicht“ (97% dieser Gruppe bzw. 82 % von allen Teilnehmern!).
Es folgen die Nennungen
- „Säcke werden vom Wind verweht“ (2.909 Teilnehmer entsprechend 87 % dieser Gruppe, 74 % von allen Teilnehmern)
- „Inhalt der Säcke verstreut sich auf dem Grundstück oder der Straße, wenn sie nicht mehr ganz dicht sind (z.B. durch Reißen, gelöster Verschluss, Nagerbefall etc.) (2.754 Teilnehmer entsprechend 82 % dieser Gruppe, 70 % von allen Teilnehmern) und
- Säcke ziehen Katzen sowie Mäuse und Ratten an (2.735 Teilnehmer entsprechend 82% dieser Gruppe, 69 % aller Teilnehmer).
Gründe, gelbe Säcke zu bevorzugen
Insgesamt 605 Teilnehmer bevorzugen gelbe Säcke. Interessanterweise ist nicht der Platzbedarf einer gelben Tonne das Problem, sondern die Flexibilität. Dies wurde von vielen Teilnehmern auch als sonstiger Grund benannt: wenn die Tonne voll sei, wohin soll man dann mit Übermengen? Dass gelbe Säcke generell flexibler sein, haben 13 % aller Teilnehmer geäußert. Von den Teilnehmern im Mehrfamilienhaus sind es sogar 17 %.
Unhandlichkeit haben 46 % genannt – 7 % von allen, 10 % von denen im Mehrfamilienhaus. Mit „sonstigen Gründen“ haben sich 205 Teilnehmern aus Einfamilienhäusern gemeldet. Dabei überwiegt die Frage, ob mit festen Behältern noch ausreichend Entsorgungskapazität vorliegt - insbesondere im Winter, wenn der Abfuhrturnus 4-wöchentlich ist.
Daneben werden u.a. genannt:
- Geruchsbelästigung, die Tonne würde stinken
- bei Wind wehen die Tonnen um
- die Tonne sei zu groß (Ein-Personen-Haushalt)
- ich befürchte eine zu hohe Fehlwurfquote
- der Sack würde ohnehin benötigt, um den Abfall aus dem Haus zu bringen - dann müssten zusätzlich Plastiksäcke gekauft werden
- es stehen schon genug Tonnen am Haus
- (mehrfach genannt:) Probleme mit dem Transport der Tonnen zur nächsten befahrbaren Straße, wenn das Haus einige 100 Meter von der Straße entfernt ist.