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Datum: 07.10.2019

Neuer RTW verfügt über Abbiege-Assistenten via Kamera – ein Novum in Ostfriesland

Heute (7. Oktober 2019) stellt der Landkreis Wittmund einen neuen Rettungstransportwagen (RTW) in Dienst. Dieses Fahrzeug ersetzt ein vier Jahre altes Modell, welches wiederum am 1. Juli 2015 in Dienst gestellt worden war. Der bisherige RTW, ein Mercedes Benz 519 cdi Sprinter mit Kofferaufbau, hatte in den vergangenen Jahren eine Kilometerleistung in Höhe von insgesamt über 280.000 km erbracht und wird künftig als Ersatzfahrzeug im Rettungsdienst eingesetzt. Ein Novum für Rettungsfahrzeuge, zumindest in Ostfriesland, ist der eingebaute Abbiegeassistent im neuen RTW. Dieser erlaubt es dem Fahrer, die rechte Fahrzeugseite einzusehen.

Weitere Details zur Neubeschaffung: Durch den Landkreis Wittmund erfolgte im Dezember 2018 ein deutschlandweites Ausschreibungsverfahren für das Fahrzeug, wie üblich getrennt nach Fahrgestell und Kofferaufbau. Nach Vorlage und Auswertung aller Angebote wurde Anfang Januar 2019 der Auftrag zur Herstellung des neuen Einsatzfahrzeuges an die Firma Hospi-Mobil aus Aurich vergeben. Der neue RTW der Marke Mercedes Benz 519 cdi Sprinter, Fahrgestell 5t, mit Kofferaufbau hat einen Kaufpreis in Höhe von insgesamt etwas über 140.000 Euro (Fahrzeug und Ausbau) und ist nach den neuesten sicherheitstechnischen und rettungsdienstmäßigen Anforderungen ausgebaut. Der genannte Kaufpreis für dieses Fahrzeug wird vollständig aus Rettungsdienstentgelten bezahlt und belastet den Kreishaushalt nicht.

Bei dem Kofferaufbau handelt es sich um einen selbsttragenden Aluminium-Koffer nach der aktuellen Europanorm DIN EN 1789. Das Fahrzeug ist vollklimatisiert (auch der Patientenraum, welches gerade für Kreislaufpatienten sehr von Vorteil ist) und hat neben anderen Extras einen Rückfahrwarner, eine Patientenraumüberwachungs- und Rückfahrkamera, Motorweiterlaufschaltung, Fußtaster zum Einschalten des Martinshorns, eine moderne Blaulichtanlage mit Frontblitzern in Blau und Weiß, Extrablaulichtern in den Spiegeln und sogenannten Kreuzungsblitzern sowie eine Funk- und Telefonfreisprecheinrichtung. Das Fahrzeug verfügt über einen Motor mit einer Leistung von 140 kw (190 PS) und über ein Automatikgetriebe.
Ein Novum für Rettungsfahrzeuge zumindest in Ostfriesland ist der eingebaute Abbiegeassistent, der es dem Fahrer erlaubt, über eine Kamera die rechte Seite einsehen zu können und somit Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern verhindern kann.

Der Ausbau des Fahrzeugs mit der RTW-Ausstattung erfolgte durch die Firma Hospi-Mobil aus Aurich. Auf ihrem Fachgebiet gehört die in der Region ansässige Firma seit Jahren mit zu den in diesem Segment qualitativ führenden Firmen und fertigt mit viel Liebe zum Detail hochwertige Rettungswagen. Selbstverständlich ist das neue Fahrzeug auch mit Digitalfunk und mit einem Navigationsgerät ausgerüstet. Die Koordinaten des jeweiligen Rettungsdiensteinsatzes werden durch die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) nicht nur an die digitalen Meldeempfänger, sondern auch direkt an das Navigationsgerät und an die ebenfalls vor kurzem neu angeschafften Tablets zur digitalen Erfassung der Rettungseinsätze gesendet. Nach spätestens 30 Sekunden ist die Route bereits berechnet und das Rettungspersonal wird so auf dem schnellsten Wege zur Einsatzstelle gelotst.

Moderne Technik kommt in allen Bereichen zum Zuge: Auch eine neue elektronische Power Pro Fahrtrage der Firma Stryker wurde zusammen mit dem Fahrzeug angeschafft, um dem Einsatzpersonal ein möglichst rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Hierfür entstanden nochmals Kosten in Höhe von insgesamt rund 34.000 Euro, die ebenfalls voll aus Rettungsdienstentgelten refinanziert werden. Alle weiteren auf dem Rettungswagen eingesetzten medizinischen Geräte befinden sich auf dem neuesten Stand der Technik und werden ständig erneuert.

Verantwortlich für die Planung, Ausschreibung und Begleitung des Ausbaus waren die Rettungsdienstmitarbeiter Ralf Riedemann und Dieter Janssen, die das Projekt zusammen mit dem Leiter der Rettungswache Wittmund, Harald Lamberti, umgesetzt haben.

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