Gehölzarbeiten im Naturschutzgebiet Ewiges Meer: Freischneiden der Bohlenwegtrasse beginnt in Kürze
Im zum Landkreis Wittmund gehörenden Teil des Naturschutzgebietes „Ewiges Meer“ hat die Samtgemeinde Holtriem jetzt Gehölzarbeiten beauftragt. Die Maßnahme wurde mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Wittmund sowie der Staatlichen Moorverwaltung als Eigentümerin der Moorflächen abgestimmt. Sie dient der Vorbereitung der Instandsetzung des Bohlenweg-Rundweges nördlich des Ewigen Meeres zu einem späteren Zeitpunkt. Der Bohlenweg wurde 2018 gesperrt, seitdem ist nur der westliche Abschnitt, der direkt ans Ewige Meer führt, begehbar.
Der Freischnitt dient gleichzeitig der Qualitätssicherung von ökologisch wertvollen Bereichen, sogenannten „Lebensraumtypen“, die unter dem besonderen Schutz des europäischen NATURA 2000-Netzwerkes stehen.
Im südlichen Teil soll der Bohlenweg mit ausreichendem Abstand zum Ufer gebaut werden, so dass eine nachhaltige Ufersicherung seitens der Moorverwaltung sichergestellt werden kann. In den übrigen Bereichen soll er auf der alten Trasse verlaufen. Der Bohlenweg dient in erster Linie der Umweltbildung, eine entsprechende Lehrpfad-Beschilderung wird parallel mitgeplant.
Mit einem Baubeginn des eigentlichen Weges ist jedoch nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen, da derzeit noch der Gesamtumfang der Kosten und Möglichkeiten der Förderung geklärt werden müssen.
Der Hochmoorkomplex, welcher vom Bohlenweg umschlossen wird, ist rund 14 ha groß. Er ist Bestandteil des landkreisübergreifenden Naturschutzgebietes (NSG) „Ewiges Meer, Großes Moor bei Aurich“. Dieses ist als so genanntes Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet Bestandteil des europäischen NATURA 2000-Netzes. In diesem europaweiten Netz aus Schutzgebieten finden sich Tier- und Pflanzenarten, für deren Überleben Europa eine herausragende Verantwortung hat.
Das Naturschutzgebiet „Ewiges Meer“ weist hochmoorspezifische Lebensräume, Bestände von seltenen Libellenarten und die seltenen Vogelarten Trauerseeschwalbe und Neuntöter auf. Außerdem konnten sich wertvolle Reptilienbestände an Kreuzottern und Waldeidechsen entwickeln.
Das Land Niedersachsen hat die Verantwortung für die Einhaltung der Erhaltungsziele in den Schutzgebieten an die Landkreise übertragen. Daher werden die Vorbereitung und Abstimmung der Planungen von der unteren Naturschutzbehörde im übertragenen Wirkungskreis in Absprache mit der Samtgemeine Holtriem, der Staatlichen Moorverwaltung und der Ökologischen NABU-Station Ostfriesland (ÖNSOF) koordiniert.
Foto: Bohlenweg im Ewigen Meer (A. Hube / Landkreis Wittmund)