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Datum: 05.06.2026

20 Jahre Wallheckenprogramm Ostfriesland: Förderung geht in die nächste Runde

Seit zwei Jahrzehnten setzt sich das Wallheckenprogramm Ostfriesland für den Erhalt einer der prägendsten Kulturlandschaften unserer Region ein. Zum 20-jährigen Jubiläum des Programms können Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von Wallhecken in den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund erneut Förderanträge stellen – denn auch im laufenden Jahr werden Pflege- und Sanierungsmaßnahmen mit 12,50 Euro pro laufendem Meter bezuschusst.

Wallhecken prägen seit Jahrhunderten die ostfriesische Geest. Die bewachsenen Erdwälle erfüllen nicht nur eine landschaftsästhetische Funktion, sondern sie leisten auch wichtige ökologische Dienste: Sie schützen Flächen vor Winderosion, verbinden verstreut liegende Einzelbiotope und bieten Lebensraum für bis zu 1.800 verschiedene Pflanzen- und bis zu 7.000 Tierarten. Als geschützte Landschaftsbestandteile nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz stehen sie seit über 90 Jahren unter besonderem Schutz. Dennoch befindet sich ein erheblicher Teil der Hecken heute in einem schlechten Erhaltungszustand.

Hier setzt das Wallheckenprogramm an, das seit 2006 vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) koordiniert wird. Seit dem Start des Programms wurden allein in den drei ostfriesischen Landkreisen rund 440 Kilometer Wallhecke gepflegt und saniert. Die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund bilden mit zusammen 5.700 Kilometern Wallhecken das dichteste Wallheckennetz in Niedersachsen.

So funktioniert die Förderung: Antragsberechtigt sind Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Pächterinnen und Pächter mit Einverständnis der Eigentümer, die Wallhecken fachgerecht zurückschneiden, degradierte Wälle neu aufsetzen oder bepflanzen. Gefördert werden pro Antrag mindestens 200 laufende Meter. Die konkrete Maßnahmenplanung erfolgt in Abstimmung mit einer Bewertungskommission, der Vertreterinnen und Vertreter der unteren Naturschutzbehörde, des Kreislandvolkes und der Naturschutzverbände angehören. Die Bewilligung liegt beim NLWKN (Betriebsstelle Brake-Oldenburg); die Ostfriesische Landschaft steht als Kooperationspartnerin bei der Antragstellung beratend zur Seite.

Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds und des Landes Niedersachsen über die Förderrichtlinie „Erhalt und Entwicklung von Lebensraumtypen und Arten (EELA)" – die EU trägt 53 Prozent, das Land Niedersachsen 47 Prozent der Kosten. Insgesamt stehen jährlich 380.000 Euro Fördermittel zur Verfügung.

Weitere Informationen und Unterlagen zur Teilnahme stehen auf den Internetseiten des NLWKN und der Ostfriesischen Landschaft zur Verfügung: www.nlwkn.niedersachsen.de/wallheckenostfriesland bzw. https://www.ostfriesischelandschaft.de/foerderungen/wallhecken/

Auf der ostfriesischen Geest prägen wie hier am Upstalsboom in Aurich auch heute noch Wallhecken das Bild. Mit dem Verlust ihrer ursprünglichen Funktionen verschlechterte sich der Erhaltungszustand allerdings vielfach rapide. (Foto: Stöter/NLWKN).  

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