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Radeln, Staunen, Lernen: Klima-Radtouren im Landkreis Wittmund

Rückblicke

Klima-Radtour 2026

Die diesjährige Strecke führte durch die Marschlandschaft rund um Neuharlingersiel; eine junge und zugleich besonders dynamische Küstenregion im stetigen Wandel zwischen Meer und Land. An mehreren Haltepunkten entlang der westlichen Harlebucht erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der Marsch sowie in ihre heutige Bedeutung.

Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen des Klimawandels und der Klimaanpassung. Die Marschlandschaft ist seit jeher geprägt vom Zusammenspiel von natürlicher Dynamik und menschlichem Eingreifen: Während der Meeresspiegel langsam, aber stetig ansteigt, schützen Deiche, Siele und moderne Entwässerungssysteme das Land vor Überflutung. Gleichzeitig wurde dem Meer über Jahrhunderte immer wieder neues Land abgewonnen.

Wie eng diese Prozesse miteinander verknüpft sind, ließ sich entlang der Strecke anschaulich nachvollziehen, etwa anhand von Flurnamen wie „Bei der Pumpe“, „Drei Diemat am Tummeldeich“ oder „Beim Hause Nummer Dreiunvierzig“. Sie erzählen von Sturmfluten, Deichbrüchen, Landgewinnung und früheren Siedlungsformen. Zugleich machen sie deutlich, wie verletzlich die Küstenregion ist und welche Bedeutung ein funktionierender Küstenschutz angesichts des fortschreitenden Klimawandels hat.

Auch Veränderungen in der Landschaft wurden sichtbar: Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Marschgebieten, ehemalige Sielhäfen oder künstlich angelegte Warften zeigen, wie sich der Mensch an steigende Wasserstände angepasst hat, und weiterhin anpassen muss. 

Begleitet wurde die Tour von Axel Heinze, Vorsitzender der NABU Kreisgruppe Wittmund und wissenschaftlicher Berater beim Museum Leben am Meer.

Die Route basiert auf einer sogenannten Flurnamentour der Ostfriesischen Landschaft. Diese Touren tragen dazu bei, historische Flurnamen und ihre Bedeutung im Bewusststein der Bevölkerung zu erhalten. Gleichzeitig vermitteln sie anschaulich, wie sich Landschaft, Nutzung und Lebensweise in Ostfriesland im Laufe der Jahrhunderte verändert haben, und welche Rolle diese Entwicklungen im Kontext heutiger Herausforderungen spielen. Mehr Informationen zu den Flurnamentouren gibt es unter: https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamentouren

Klima-Radtour 2025

Die diesjährige Tour führte mit strahlendem Sonnenschein durch Esens und Bensersiel – entlang faszinierender Naturkulissen und durch historische Landschaften.

Die rund 25 Kilometer lange Strecke durch das Harlingerland bot selbst jenen, die die Route bereits kannten, neue Einblicke. An ausgewählten Stationen wurden die Besonderheiten der Region erlebbar gemacht. Themen wie Meeresspiegelanstieg, Küstenschutz und der Wandel unserer Lebensräume standen dabei im Mittelpunkt.

Und übrigens: Auch wenn unsere Landschaft ansonsten eher flach daherkommt – über den Deich geht es durchaus mal bergauf!



Stationen der Tour:

NABU Kreisgruppe Wittmund

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Begleitet wurde die gesamte Tour von Axel Heinze, Vorsitzender der NABU Kreisgruppe Wittmund und wissenschaftlicher Berater des Museum Leben am Meer, der mit großer Expertise vermittelte, wie sich das Zusammenspiel von Mensch und Meer über Jahrhunderte verändert hat - und welche Herausforderungen durch den fortschreitenden Meeresspiegelanstieg auf uns zukommen.

Museum Leben am Meer

Das Museum „Leben am Meer“ in Esens gab einen spannenden Einblick in die Landschaftsgeschichte des Harlingerlandes. Anhand von Anschauungstafeln und Erklärungen wurde deutlich, welche Auswirkungen der Meeresspiegelanstieg auf unsere Natur- und Lebensräume hat. Als außerschulischer Lernort leistet das Museum einen wichtigen Beitrag zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. 

Nationalpark-Haus Wattenhuus Bensersiel


Das Nationalpark-Haus Wattenhuus ist eine zentrale Anlaufstelle für alle, die die faszinierende Welt des Wattenmeeres entdecken möchten. David Katzera, Mitarbeiter des Wattenhuus und zertifizierter Natur- und Landschaftsfrührer sowie staatlich geprüfter Wattführer, vermittelte wie dynamisch und zugleich schutzbedürftig die als Nationalpark geschützte Landschaft ist. Das Nationalpark-Haus ist ein vom Land Niedersachsen anerkannter außerschulischer Lernort für eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

Klima-Radtour 2024

Anlässlich des Stadtradelns und der Interkulturellen Woche 2024 hat der Landkreis Wittmund erstmals eine Klima-Radtour veranstaltet. Die Teilnehmenden erlebten eine spannende Reise im Zeichen von Klimaschutz, interkulturellem Austausch und nachhaltiger Mobilität. Auf der ca. 15 Kilometer langen Tour durch Wittmund boten verschiedene Zwischenstopps Einblicke in Themen wie fairer Konsum, ökologische Landwirtschaft und Naturschutz. Übersetzt wurde die Tour parallel auf Spanisch.

Station 1: Weltladen Wittmund

Die erste Station der Fahrradtour führte die Teilnehmenden in den Weltladen in Wittmund. Dort bekamen sie durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin spannende Einblicke in die Arbeit des Ladens. Der Weltladen bietet seit Anfang der Neunziger Jahre fair gehandelte Produkte aus aller Welt an, darunter Kaffee, Tee und Schokolade sowie eine große Auswahl an kleineren und größeren Geschenken. Der Weltladen ist Teil der 470 Weltläden, die unter dem Weltladen-Dachverband organisiert sind. Bis heute wird der Weltladen Wittmund durch ein ehrenamtliches Team geführt. Wer Interesse hat, Teil des Teams zu werden, kann sich direkt vor Ort beim Weltladen melden. Die Teilnehmenden durften in den Genuss kommen, ein Produkt aus dem Weltladen zu probieren: Ein Fair-Trade-Schokoriegel stärkte sie für den nächsten Streckenabschnitt.



   


   

   





Station 2: Biohof Schlehenbusch (Erdbeerhof Janssen)

Dann ging es auch schon weiter: Als zweite Station wurde der Biohof Schlehenbusch besucht, auf dem die Fahrradgruppe tief in die nachhaltige Erdbeerproduktion eintauchen konnte.

Die Teilnehmenden erfuhren, wie die Erdbeeren auf dem Hof angebaut werden und hatten die Möglichkeit, die großen Gewächshäuser zu besichtigen, in denen die Früchte wachsen. Beim Anbau wird auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. 

Während des Rundgangs begegnete man auch den freilaufenden Hühnern, die sich neugierig zwischen den Besuchern bewegten und den Hof mit Leben erfüllten.

Zur Erfrischung wurde die Gruppe mit einem köstlichen Minz-Himbeerwasser versorgt, das perfekt zum sommerlichen Ambiente passte.








Station 3: Naturschutzhof Wittmunder Wald

Die dritte Station führte die Teilnehmenden zum Naturschutzhof Wittmunder Wald e.V., einer beeindruckenden Bildungseinrichtung mitten im Wald.

Schon bei der Ankunft wurde die Gruppe musikalisch begrüßt, was die besondere Atmosphäre des Ortes unterstrich.

Der Naturschutzhof, als Partner des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer und anerkannter anerkannter außerschulischer Lernstandort Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), widmet sich vor allem Natur- und Umweltthemen.

Bei einer kurzen Führung erfuhren die Teilnehmenden viel über die Arbeit des Hofes, seine Bildungsangebote und die Bedeutung des Naturschutzes in dieser einzigartigen Umgebung. 

   




   


    

Station 4: Hofladen Hattersum (Erdbeerhof Janssen)

Dann machte sich die Fahrradgruppe auch schon auf den Weg zu Lisas Hofladen, der mit einer breiten Vielfalt an regionalen und saisonalen Produkten begeistert.

Von frischem Obst und Gemüse über Erdbeer- und Himbeerspezialitäten, bis hin zu Nudeln, Eiern, Käse, Honig, Schinken, Wurst, Wein und sogar dekorativen Edelholzbrettern und Handtaschen – hier ist wirklich für jeden etwas dabei!

Die Teilnehmenden konnten sich erneut mit köstlichen Kleinigkeiten wie getrockneten Himbeeren, Nüssen, Tomaten und Wurst stärken, bevor sie die Gelegenheit hatten, im Hofladen zu stöbern und die Vielfalt der angebotenen Leckereien zu entdecken.   

   

  




   



Station 5: Essbarer Garten Wittmund

Die fünfte Station führte zum essbaren Garten in Wittmund, ein öffentlicher Gemeinschaftsgarten, der in diesem Jahr ins Leben gerufen wurde.

Der Garten soll Gemeinschaft, Umweltbewusstsein und Bildung vereinen. Ziel des Projekts ist es, eine grüne Oase zu schaffen, in der alle Bürgerinnen und Bürger – Jung und Alt – aktiv mitwirken können. Es sollen eine umweltfreundliche Lebensweise gefördert und ein neuer Ort der Begegnung geschaffen werden.

Gemeinsam haben die Radelnden sich die Fläche angeschaut, auf der bereits Apfelbäume, Obststräucher, Teichbecken, Wege und sogar eine Kräuterschnecke zu finden sind.

Wer sich für das Projekt interessiert und mitwirken möchte kann sich hier melden: Fachdienst Natur- und Klimaschutz

Station 6: Volkshochschule Friesland-Wittmund, Repair-Café Wittmund und Unverpackt-Mobil

Geschafft! Die Tour endete bei der Volkshochschule (VHS) Friesland-Wittmund, die für lebenslanges Lernen in einer einladenden und wertschätzenden Atmosphäre steht.

Mit einem umfassenden Kursangebot, das von Grundbildung über Kunst, Kultur und berufliche Bildung bis hin zu Gesundheit, Sprachen und Integration reicht, bietet die VHS Inspiration und Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung für alle Altersgruppen.

Besonders hervorzuheben ist die Jugendwerkstatt, in der Jugendliche praktische Fähigkeiten erlernen und sich auf den Berufsalltag vorbereiten können.

Die VHS ist zudem als Träger von Integrationskursen anerkannt und leistet einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe.



An diesem Tag fand in der VHS auch das Repair-Café statt. Im Repair-Café können defekte Elektrokleingeräte, Textilien, Spielzeug, Haushaltswaren und Fahrräder gemeinsam mit ehrenamtlichen Fachleuten repariert werden.

Während die Reparateure fleißig werkeln, kümmern sich weitere Ehrenamtliche um die Rezeption, Organisation und Verpflegung – Kaffee und Kuchen dürfen dabei natürlich nicht fehlen. 






Das Highlight bei der Endstation war das Unverpackt-Mobil – Ostfrieslands erster mobiler Unverpacktladen, ein beeindruckendes Projekt des Vereins Perpetuum Mobility e.V. Der Wagen wurde von 25 Jugendlichen gebaut und wird vom Hof Faß betrieben. Er sorgt dafür, dass auch kleinere und abgelegene Regionen mit gesunden, unverpackten Lebensmitteln versorgt werden, was eine einfache Möglichkeit bietet, Verpackungsmüll zu vermeiden. Zur Freude der Teilnehmenden wartete das Unverpackt-Mobil mit leckeren Käseplatten, frischem Baguette und herzhaften Dips auf die Radgruppe – ein köstlicher Abschluss, der die Tour auf genussvolle Weise abrundete.



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